Es erscheint nahezu unglaublich, dass zwischen Tonight: Franz Ferdinand und dem Vorgänger You Could Have It So Much Better geschlagene drei Jahre liegen, knüpfen die vier Schotten, allein schon durch den Opener Ulysses, der auch gleichzeitig die erste Single darstellt, scheinbar nahtlos an den Schlusstrack von You Could Have It So Much Better - Outsiders an. Beat und Gitarren von Ulysses klingen fast wie eine Reprise, aber eben nur fast. Franz Ferdinand scheinen ,wie die Zeitspanne vermuten lässt, längere Zeit gebraucht zu haben um sich zu entscheiden wie es nach dem anhaltenden Erfolg denn nun weitergehen sollte. Schließlich wurde mit Dan Carey als Produzent konsequent an dem weitergearbeitet, was Outsiders schon angedeutet hatte. Tonight: Franz Ferdinand ist eine über weite Strecken locker aus der Hüfte schießende Tanzplatte, ein Testament zum Feierwillen, geworden. Davon zeugt nicht nur der fast flächendeckende Einsatz einer dominanten Kickdrum und das oft discokompatible Bassspiel, sondern auch die größere Aufmerksamkeit die elektronische Spielereien und Tasteninstrumente jeder Art, gegenüber den zackigen Gitarren oder Tempiwechseln, eingenommen haben. Franz Ferdinand haben natürlich nicht komplett mit ihren Wurzeln im 80er New-Wave Post-Punk gebrochen, warum sollten sie auch? Trotzdem haben sie es geschickt vermieden mit dem „gefährlichen“ dritten Album einfach einen Klon des zweiten zu veröffentlichen. Vielmehr haben sie ihren Trademarksound behutsam modifiziert, was auch alte Fans nicht zu sehr vor den Kopf stoßen sollte, und somit fit gemacht für die kommenden 2010er Jahre.
Wer sich für einen weiteren, möglichen Ausblick interessiert, dem sei die Limited Edition des Albums ans Herz gelegt, der liegt nämlich eine zweite CD mit „Dub“-Mixen des Albums bei. |